Was ist ADHS?
ADHS ist mehr als Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.
ADHS beeinflusst, wie Menschen ihre Aufmerksamkeit steuern, Impulse regulieren, Aufgaben beginnen und zu Ende führen, Motivation erleben und Anforderungen im Alltag bewältigen.
Wer nur auf das sichtbare Verhalten schaut, sieht deshalb oft nur einen Teil dessen, was tatsächlich passiert.
ADHS zu verstehen kann den Blick verändern – auf Kinder, auf Jugendliche, auf Erwachsene und manchmal auch auf sich selbst.

ADHS beginnt nicht beim Verhalten
ADHS beschreibt eine andere Art, wie das Gehirn Informationen verarbeitet und bestimmte Prozesse steuert. Diese Unterschiede zeigen sich bereits in der Kindheit und können Menschen bis ins Erwachsenenalter begleiten. Wie sie sich im Alltag bemerkbar machen und welche Herausforderungen – oder auch Stärken – damit verbunden sind, ist individuell sehr unterschiedlich.
Ein zentraler Bereich ist die Selbststeuerung. Sie hilft uns, unser Denken und Handeln an das anzupassen, was eine Situation gerade erfordert.
Bei ADHS ist es deshalb beispielsweise schwerer,
Das kann erklären, warum ein Mensch etwas wissen und wollen – und trotzdem nicht zuverlässig umsetzen kann.
Anders - nicht schlechter.
ADHS sagt nichts darüber aus, was ein Mensch grundsätzlich leisten oder erreichen kann. Aber es kann beeinflussen, unter welchen Bedingungen vorhandene Fähigkeiten gut abrufbar sind.
Aufmerksamkeit
zu lenken
Impulse
zu stoppen

Anzufangen &
dranzubleiben
Informationen
im Kopf zu behalten
Emotionen
zu regulieren
Aufmerksamkeit funktioniert bei ADHS anders
Menschen mit ADHS können sich durchaus intensiv konzentrieren – manchmal sogar so sehr, dass sie ihre Umgebung und die Zeit kaum noch wahrnehmen.
Schwieriger ist es, die Aufmerksamkeit bewusst dorthin zu lenken, wo sie gerade gebraucht wird, und sie dort zu halten. Interessantes, Neues oder unmittelbar Belohnendes kann Aufmerksamkeit leichter aktivieren als monotone Aufgaben oder Dinge, deren Erfolg erst später spürbar wird.
Wenn der Reizfilter nicht zuverlässig sortiert
Gleichzeitig ist es bei ADHS schwieriger, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Geräusche, Bewegungen, Gespräche, Berührungen, visuelle Eindrücke – aber auch die eigenen Gedanken – konkurrieren gleichzeitig um Aufmerksamkeit.
Das kann erklären, warum ein Kind scheinbar nicht zuhört, warum jemand schneller gereizt reagiert oder warum ein Erwachsener nach einem ganz normalen Arbeitstag völlig erschöpft ist.

Das Problem ist also häufig nicht, dass eine Person zu wenig wahrnimmt – sondern das Gehirn zu vielen Dingen gleichzeitig Aufmerksamkeit schenkt.
ADHS hat nicht das EINE Gesicht
Manche Menschen sind körperlich sehr unruhig, impulsiv und fallen schnell auf. Andere wirken verträumt, vergessen Dinge oder brauchen sehr viel Kraft, um ihren Alltag zu organisieren.
Und manchmal liegen scheinbare Gegensätze erstaunlich nah beieinander:
Hyperfokus
kaum anfangen können
viel Energie
völlige Erschöpfung
Spontanität
Überforderung durch Veränderungen
selbst laut
unglaublich lärmempfindlich
In meiner Arbeit spreche ich deshalb manchmal vom „Syndrom der Extreme“. Das ist kein medizinischer Fachbegriff, sondern ein Bild für Gegensätze, die viele Menschen mit ADHS aus ihrem Alltag kennen.
ADHS wächst mit
Auch die Herausforderungen verändern sich im Laufe des Lebens.
KIND
JUGENDLICHE
ERWACHSENE
Impulsivität · Übergänge · Regeln · Emotionen · Schule · Familienalltag
Selbstständigkeit · Lernen · Organisation · Motivation · Beziehungen · Identität
Zeitmanagement · Aufschieben · Organisation · Beziehungen · Beruf · Überforderung · hohe eigene Ansprüche

Was wir sehen, ist nicht immer das, was dahintersteckt
„Der will einfach nicht.“
oder
Vielleicht kann er sich gerade nicht so steuern, wie wir es von ihm erwarten.
„Sie hört mir einfach nicht zu.“
oder
Was konkurriert gerade um ihre Aufmerksamkeit?
„Er rastet wegen jeder Kleinigkeit aus.“
oder
Was ist passiert, bevor das Fass übergelaufen ist?
„Ich bin einfach undiszipliniert.“
oder
Was macht es mir gerade schwer, das umzusetzen, was ich eigentlich möchte?
Verstehen
Perspektive verändern
Potenzial entfalten

Verstehen ist der Anfang

Vielleicht hast du beim Lesen dein Kind wiedererkannt. Vielleicht einen Jugendlichen, deinen Partner oder deine Partnerin – oder dich selbst.
Wenn du wissen möchtest, welche Unterstützung zu deiner Situation passen könnte, findest du hier meine Angebote für Eltern und Familien, Jugendliche, Erwachsene sowie Schulen und pädagogische Einrichtungen.
Du suchst Unterstützung für eure ganze Familie?
Mit Familien.Potenzial begleite ich Familien mit ADHS-Kindern dabei, sich selbst und einander besser zu verstehen und Regulation als gemeinsame Familienkompetenz zu entwickeln.
Coaching ersetzt keine medizinische Diagnostik oder Behandlung. Ich stelle keine Diagnosen und verordne keine Medikamente. Eine ADHS-Diagnose ist für mein Coaching keine Voraussetzung.
